Die Mikro-Invasive oder Minimal-Invasive Chirurgie genannt, ist eine Operationstechnik, die es erst seit wenigen Jahren gibt. Dabei werden endoskopische Instrumente benutzt, die nur kleinste Zugänge in den menschlichen Körper schaffen. Dadurch wird die Narbenbildung begrenzt und der Körper wird weniger Stress während der Operation ausgesetzt.

Operieren durchs Schlüsselloch

Operationen mithilfe der Mikro-Invasiven Chirurgie erfolgen nicht unmittelbar am Patienten, sondern werden durch Monitore auf einen Bildschirm übertragen. Diese Monitore, die in der Fachsprache als Trokare bezeichnet werden, befinden sich am Endoskop. Der Chirurg ist bei dieser Methode besonders gefordert, da die Bilder zweidimensional dargestellt werden, der Eingriff jedoch dreidimensional stattfindet.

Durch die relativ kleinen Einschnitte in den Körper vermeidet man großflächige Gewebeschäden. Man operiert also quasi durch ein „Schlüsselloch“ – daher nennt man diese Chirurgie landläufig auch Schlüsselloch-Chirurgie.

Vor- und Nachteile

Die Vorteile sind nicht nur die kleineren Narben, sondern auch die Reduktion von Schmerzen nach der Operation. Zudem ist es Möglich, durch die Verwendung des Endoskops das umliegende Gewebe zu durchforschen, um nach etwaigen Krankheitsbildern Ausschau zu halten. Aufgrund der geringeren Narbenbildung ist diese Technik vor allem in der Schönheitschirurgie sehr beliebt. Angewandt wird sie zudem bei Knochenoperationen oder Eingriffen am Hüftgelenk.

Der Nachteil besteht vor allem in der geringeren Übersichtlichkeit des Operationsgebietes für den Chirurgen. Ferner nimmt die Operation längere Zeit in Anspruch als konventionelle Methoden. Bei einer bedrohlichen Komplikation, wie etwa einer plötzlich auftretenden Blutung, ist die Behebung dieser Bedrohung nur sehr schwer möglich.

Durch die ständige Verbesserung chirurgischer Instrumente versucht man die Nachteile weitgehend auszuschalten oder, zu minimieren. In Österreich hat man eine Arbeitsgruppe, die sogenannte ARGE für Minimal-Invasive Chirurgie AMIC ins Leben gerufen, die regelmäßig Personal schult und weiter bildet.

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