Forscher entdeckten im Rahmen der Erkundung des Vulkans Gunung Agung auf der Insel Bali ein neues Magmakammersystem. Dieser Vulkan, der derzeit wieder verstärkt aktiv wurde, beherbergt mehrere Magmakammern. Von diesem „Multi level magma plumbing system“ geht eine besonders große Gefahr aus.

Erkenntnisse aus Mineralien

Die Erkenntnisse, welche die Forscher bei der Untersuchung dieses Vulkans und seiner Nachbarvulkane gewannen, stammen aus der Analyse von Mineralien. Besonders die beiden Typen Pyroxen und Plagioklas erregten die Aufmerksamkeit der Wissenschaftler. Bei diesen Mineralien sind die für ihre Entstehung notwendigen Druckverhältnisse bekannt. Daraus lässt sich schließen, in welcher Tiefe sie ursprünglich entstanden sind.

Durch diese Analysen folgerten sie, dass der Vulkan Gunung Agung über mindestens zwei Magmakammern verfügt. Eine davon befindet sich in fünf Kilometer Tiefe, die andere findet man zwanzig Kilometer unter der Erdoberfläche.

Gemächlich oder explosiv

Die tiefere Magmakammer liegt an der Grenze zwischen Erdmantel und Erdkruste. Sie besteht aus basaltischem Magma, das meist in Fontänen ausbricht.

Die obere Kammer ist mit Magma gefüllt, das explosiv eruptiert. Gerade durch die Vermischung dieser beiden Magmatypen geht eine besondere Gefahr aus.

Erdbeben gelten als mögliche Vorboten eines bevorstehenden Vulkanausbruchs. In der letzten Zeit wurden im Dreiländereck Bayern, Sachsen und Tschechien immer wieder kleinere Beben registriert. Das Deutsche Geo Forschungszentrum GFZ stellt aktuelle Erdbebendaten zur Verfügung. Allein in diesem Frühjahr verzeichnete man über eintausend Beben, von denen jedes zehnte auch spürbar war.

Dies deutet nach Meinung mancher Geophysiker auf das Vorhandensein einer unterirdischen Magmakammer hin, die sich derzeit füllt. Dieser Umstand scheint zwar bedrohlich, muss jedoch nicht auf einen bevorstehenden Vulkanausbruch hindeuten. In der Vergangenheit kam es immer wieder zu zahlreichen kleinen Erdbeben, sogenannten Schwarmbeben.

Das 271 Quadratkilometer große Gebiet des Egerbeckens an der tschechischen Grenze ist ein altes vulkanisches Areal, das nach Meinung vieler Fachleute bereits erloschen ist und derzeit keine Gefahr darstellt. Dennoch will man dieses Gebiet in der nächsten Zeit mithilfe von Bohrungen, die bis in 400 Meter Tiefe reichen, wissenschaftlich untersuchen.

Die Natur hält jedenfalls eine Menge Überraschungen bereit und Vulkane sind eben eine nicht berechenbare Naturgefahr. Die Forschung arbeitet aber weltweit weiter daran, genauere Prognosen möglich zu machen, um sich vor den Bedrohungen durch Vulkane schützen zu können. Das gilt vor allem für jene Gebiete, in denen es aktive Vulkane gibt.

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