Das Klima auf der Erde hat sich in der Vergangenheit oft verändert. Die Forschungen auf diesem Gebiet sind Gegenstand der Paläoklimatologie. Sie wird interdisziplinär betrieben. Meteorologen, Physiker, Biologen, Geologen und Historiker tragen Daten zusammen, die auf das Klima der Vergangenheit Rückschlüsse zulassen.

Eiszeitalter

Vor 4,6 Milliarden Jahre entstand unser Planet. Zuerst als flüssige Steinkugel, die sich rasch abkühlte. Vor rund 2,2 Milliarden Jahren gab es die erste Vereisung des Planeten. Nach dem Ende dieser Kälteperiode folgte eine Warmphase, welche die Entwicklung des Lebens beschleunigte. Vor 700 Millionen Jahren gefror die Erde erneut und wurde zu einem „Schneeball“. Verantwortlich für diesen Effekt war die Bewegung der Kontinente über die Pole hinweg, wodurch es kälter wurde. Die Albedo wurde stärker und die Abkühlung schritt voran.

Erst vor 500 Millionen Jahren setzte die nächste längere Warmphase ein, in der die Durchschnittstemperaturen sogar höher waren als heute.

Vor 65 Millionen Jahren dominierte schließlich tropisches Klima, das durch die anschließenden Eiszeiten beendet wurde. In den letzten 20.000 Jahren begann sich die Erde wieder zu erwärmen, was zu unserem heutigen Klima führte.

Forschungsmethoden

Die Rekonstruktion dieser Klimamodelle gelingt anhand von Daten und Fakten aus der Vergangenheit. Dazu werden etwa Eisbohrkerne aus der Antarktis untersucht. Auch Bohrproben aus der Tiefsee geben Aufschluss über Ablagerungen, die für ein bestimmtes Klima charakteristisch sind. Im biologischen Bereich können vorhandene „historische“ Pollen für die Klimaforschung verwendet werden aber auch Jahresringe alter Bäume geben Auskunft darüber, wie das Klima in bestimmten Zeitabschnitten beschaffen war. Daneben existiert noch eine Reihe anderer Instrumente der Paläoklimatologie, die in der Forschung Anwendung finden.

Das Klima ist eine längerfristige Betrachtung von Wetterlagen sowie Temperatur- und Schneeverhältnissen, die meist über einen Zeitraum von 30 Jahren reicht. Diese Klimanormalperioden nutzen Wissenschaftler, um daraus Klima-Fluktuationen abzuleiten. Klimaänderungen als solche definieren Experten hingegen mit einem Zeitraum von mehreren Jahrtausenden.

Die letzte Eiszeit-Periode gab es historischen und bioklimatologischen Aufzeichnungen zufolge im Mittelalter. Die Durchschnittstemperaturen sanken damals, mancherorts herrschte Dürre, anderswo gab es wieder sintflutartige Niederschläge, die zu großflächigen Überschwemmungen und in der Folge zu Missernten führten. Letztlich lösten diese unwirtlichen Bedingungen sogar die Völkerwanderungen aus. Man spricht auch von der „Kleinen Eiszeit“.

Als Ursache dafür wird in der Wissenschaft eine verstärkte vulkanische- sowie eine geringere Sonnenaktivität angenommen. Vulkane transportieren nämlich nicht nur eine Menge Asche in die Atmosphäre, sondern auch Schwefeldioxid. Dieses verbindet sich mit Wassermolekülen in der Luft zu Schwefelsäure, die wiederum hohe Wolken, sogenannte Aerosole, bildet. Diese verhindern eine intensive Sonneneinstrahlung auf die Erdoberfläche, wodurch sich die Troposphäre abkühlt.

Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts gingen diese Effekte allmählich verloren und die Erde konnte sich wieder erwärmen.

Nun ist scheinbar der Mensch zum auslösenden Faktor einer Klimaveränderung geworden. Deren Folgen sind derzeit noch nicht hundertprozentig absehbar.

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